Sonntag, 9. Dezember 2018

Die Weihnachtsgeschichte (Augsburger Puppenkiste)


Wer kennt sie nicht – die Augsburger Puppenkiste. Sie bringt die Weihnachtsgeschichte, auf eine ganz einmalige Art und Weise. Doch bevor diese beginnt lädt der Kasperl selbst alle ein. Natürlich sagt er – wie jeder Augsburger nicht Augsburg, sondern Augschburg. (Datschiburg wäre eine weitere Option.)
Und alle, die – so wie ich – in Augsburg aufgewachsen sind, werden sich freuen das Rote Tor zu sehen und die Spitalgasse, in der die Puppenkiste beheimatet ist.

Dann geht es los.
Es beginnt mit den drei Weisen, die einen Stern sehen  und nicht nur dies, sondern ein sehr interessantes Sternbild, welches zum weiteren Verlauf überleitet.
Josef ist mit Maria verlobt, wie die beiden zueinander stehen ist zu sehen und dass Josef ein Haus baut. Dann geht Maria weiter und wird von dem – etwas ungeschickten – Erzengel  Gabriel überrascht. Sehr gut wird von Gabriel erklärt, dass Maria eine Person ist, die ein gottgefälliges Leben führt. Kinder können dies leicht verstehen. Gleichzeitig ist mitzubekommen, wie es früher Frauen ging, die ein Kind bekamen ohne verheiratet zu sein (sie wurden gesteinigt) und wie Anna, die Mutter Marias reagiert. Zur Erklärung: Maria dürfte damals ungefähr 16 Jahre alt gewesen sein. Vielleicht würde manch eine Mutter heute genauso reagieren, wie Anna.
Recht anschaulich wird gezeigt, wie Gabriel dem Josef erscheint, während er schläft.
Weiter geht es nach der Hochzeit von Maria und Josef. Der Esel Noel erzählt davon.
Das Haus ist dekoriert mit den Farben rot –weiß – grün. Das hat nichts damit zu tun, dass die Römer damals in Israel waren. Es sind die Farben des Stadtwappens von Augsburg, welche 15 v. Chr. von Augustus gegründet wurde.
 Josef wird als jemand dargestellt, der den Mund auftut, sich gegen die Römer wehrt. Dies hat Auswirkungen.
 Nächste Szene: Maria und Josef auf den Weg nach Bethlehem.  Noel ist ziemlich erschöpft. Dann werden sie noch von einem Sandsturm überrascht. Gleichzeitig treffen sie auf ein anderes Ehepaar (mit einem Ochsen), welches anbietet, die Nacht gemeinsam zu verbringen. Inzwischen unterhalten Ochs und Esel sich, wegen der Listen, die Augustus will. „Menschen und ihre seltsamen Sachen. Gott, der Herr braucht keine Listen“, meint  Noel dazu. Der Ochse stimmt zu: „ER kennt all seine Geschöpfe auch so beim Namen.“
Maria und Josef unterhalten sich mit dem anderen Ehepaar. Die Frau sagt, was der Name Jesus bedeutet. (Gut aufpassen, das ist wirklich die deutsche Übersetzung.)
In der nächsten Szene werden zwei Hirten gezeigt, die nicht ohne Grund Lukas und Matthäus heißen. Sie beobachten Maria, die sich ausruht, während Josef sich einschreiben lässt. – Und dann beginnen bei Maria die Wehen. Als Josef keine Unterkunft in Bethlehem findet, betet er. Er vertraut also auf Gott. – Für uns ein Zeichen auch in jeder Situation auf Gott zu vertrauen. Auch der Esel versucht eine Unterkunft zu finden.  Und Noel will natürlich keinen Stall für Maria und Josef. Ein Dromedar, auf das er trifft meint dazu: „Wie kannst du wissen, was Allah, der Allmächtige, den deine Menschen Gott nennen, in Seiner grenzenlose Weisheit vorgesehen hat, für diese Frau? Für dieses Kind?“ Doch für Noel ist klar, dass Gott gerade abwesend ist.
Das Gespräch zwischen Esel und Dromedar ist nicht nur für Kinder. Manch einer, der gerade im Dunkel ist oder denkt, Gott hätte ihn vergessen sollte gut zuhören und kann noch einiges lernen. Es endet damit, dass das Dromedar sagt: „Allah offenbart sich uns oft auf Umwegen.“ Und der Ochse, der inzwischen da ist, stimmt ein: „Wie wir IHN auch nennen, ER hat an uns gedacht.“
Und dann wird Jesus geboren. Zunächst erfahren es die beiden Hirten. Dann wird der Stall gezeigt. Hierher kommen die beiden Hirten und die drei Weisen.
Die Tiere stimmen zum Schluss das Lied „Stille Nacht“ an.

Der Esel mit dem Namen Noel erzählt diese Geschichte. Dieser Name ist ihm wahrscheinlich nicht ohne Grund gegeben worden, denn es heißt übersetzt: Weihnacht.


Die Geschichte ist ganz toll mit Advents- und Weihnachtsmusik unterlegt, zum Teil in Klezmer Art.  Auch ansonsten gibt es Klezmer Musik.
In den kurzen Pausen, in denen das Bühnenbild anderes gemacht wird, werden die Zuschauer (vor allem Kinder) gezeigt. Der Applaus wird eingespielt

Ein Film der nicht nur Christen gezeigt werden kann, sondern auch für (messianische) Juden toll ist, gerade auch aufgrund der Musik. Und für Muslime ist er auch gedacht, die Jesus  als Propheten verehren. Nicht umsonst wird der Name Allah verwendet.

Da die Fernseher heutzutage immer größer sind, dürften die meisten den Film wohl mit Originalgröße der Marionetten sehen können, da die Augsburger Puppenkiste nicht so groß ist. Man holt sich also sozusagen das Originaltheater ins Wohnzimmer.

Außerdem Infos vor allem für die Erwachsenen wie „Behind the Scenes“. Es ist zu erfahren, warum die Geburt von Jesus als Marionettentheater gemacht wurde und vieles anderes.

Freigegeben ist der Film ohne Altersbeschränkung

Für 15 € kann die DVD hier erworben werden. Ein tolles Geschenk zu Weihnachten.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Gerth Medien


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